Blutzucker

1. Was ist Blutzucker?

2. Richtwerte

3. Diabetes-Typen

4. Kommentar

 

Bei der Zuckerkrankheit - auch Diabetes mellitus genannt - sind aufgrund einer Stoffwechselstörung die Zuckerwerte im Blut zu hoch. Bei gesunden Menschen wird nach der Nahrungsaufnahme Insulin - ein blutzuckersenkendes Hormon - in der Bauchspeicheldrüse gebildet. Die menschlichen Zellen brauchen Insulin, um den in der Nahrung vorhandenen Zucker dem Körper zur Verfügung zu stellen. Wird nicht genügend Insulin gebildet, verbleibt ein Großteil des Zuckers im Blut. Der Blutzuckerspiegel steigt an und begünstigt die Ausbildung einer Arteriosklerose. Menschen, die an einer Zuckerkrankheit leiden, haben ein zwei- bis dreifach erhöhtes Schlaganfall-Risiko. Häufig leiden Sie auch unter hohem Blutdruck und erhöhten Cholesterinwerten. Diabetes beeinflußt auch die Durchblutung von Augen und Nieren negativ; diese Organe können nachhaltig geschädigt werden.

Die Zuckerkrankheit verhält sich ähnlich tückisch wie der Bluthochdruck: Viele Menschen sind zunächst beschwerdefrei und völlig arglos.

 

Bei gesunden Menschen liegt der Blutzucker morgens vor dem Frühstück unter 120 mg% (Milligramm pro 100 Milliliter Blut) und steigt nach dem Essen nicht über 180 mg%.
Bei Zuckerkranken liegt der Wert in nüchternem Zustand am Morgen bereits über 120 mg% und nach dem Essen über 200 mg%.

 

Diabetes mellitus wird in zwei Hauptformen unterteilt. So spricht man von Typ-1-Diabetes und Typ-2-Diabetes. Der Unterschied aus medizinischer Sicht besteht darin, dass beim Typ-1-Diabetes die körpereigene Produktion von Insulin vollständig zum Erliegen gekommen ist und beim Typ-2-Diabetes der Körper nur noch ungenügend auf die körpereigene Insulinausschüttung reagiert (sog. Insulinresistenz).

Typ-1-Diabetes:
Da die Erkrankung meist vor dem 40. Lebensjahr beginnt, spricht man auch vom »jugendlichen Diabetes«. Da die körpereigene Insulinproduktion vollständig eingestellt ist, können die Zellen keine Glukose mehr aufnehmen.

Symptome:Der Typ-1-Diabetes tritt bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf, die meist schlank oder sogar untergewichtig sind. Folgende Anzeichen weisen auf einen stark erhöhten Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie) hin:

  • Müdigkeit, Antriebsarmut
  • Häufiges Wasserlassen
  • Verstärkter Durst
  • Trockene Haut und Juckreiz
  • Sehstörungen
  • Schlecht heilende Wunden
  • Infektionen der Geschlechtsorgane
  • Gewichtsverlust
  • Süßlicher Geschmack im Mund
  • Harnwegsinfekte
  • Ungewollter Gewichtsverlust



Typ-2-Diabetes:
Bei dieser Diabetes-Form spricht man auch vom »Alters-Diabetes«, da die meisten Menschen älter als 50 Jahre sind. Bei über 90% aller Menschen mit Diabetes besteht ein Typ-2-Diabetes mellitus. Bei den meist übergewichtigen Betroffenen besteht ein relativer Insulinmangel. D.h., es wird zwar noch körpereigenes Insulin produziert, jedoch nicht in der erforderlichen Menge.

Symptome:
Der Typ-2-Diabetiker neigt häufig zu Übergewicht. Da über Jahre hinweg keine spezifischen Beschwerden vorliegen, wird die Erkrankung oft nur »zufällig«, beispielsweise während einer Routineuntersuchung, erkannt. Mögliche Symptome bei Typ-2-Diabetes können sein:

  • Müdigkeit, Antriebsarmut
  • Häufiges Wasserlassen
  • Verstärkter Durst
  • Trockene Haut
  • Sehstörungen
  • Schlecht heilende Wunden
  • Taubheitsgefühl in Händen und Füßen

 

Die Diagnose »Diabetes« stellt für viele Menschen zunächst einen tiefen Einschnitt in das gewohnte Leben dar. Doch mit der richtigen »Einstellung« durch den behandelnden Arzt und Ihr Diabetes-Team können Sie diese Stoffwechselerkrankung mit ein wenig Selbstbeherrschung gut in den Griff bekommen. Sie mössen weder auf eine aktive Lebensgestaltung noch auf sämtliche Genüsse verzichten.